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DMB oder DVB?

DMB

Zuerst am Start und für die Handys pünktlich zur Fußball-WM auf den Beinen war das TV-Format DMB. Die Abkürzung steht (ziemlich unspektakulär) für Digital Multimedia Broadcasting. Unterschieden wir hier nach terrestrischer Übertragung (T-DMB) und Übertragung via Satellit (S-DMB). Dabei basiert DMB auf dem Hörfunk-System DAB (Digital Audio Broadcasting). Dieser ursprünglich terrestrische Standard feiert schon bald sein 20-jähriges Jubiläum und taugt für die trendigen TV-Handys z.B. noch als Transmitter für reine Radiosignale. Die komplette audiovisuelle Erfahrung des Fernsehens übernimmt dann jedoch DMB – mit dem Platz sparenden Codec AAC+ für Audiosignale und H.264 für die Videokompression. Je nach Einsatz der ausgestrahlten Zusatzfehlerkorrektur bei der Übertragung kommt DMB mit Hilfe dieser beiden mächtigen Codecs und der stark ausgebauten Übertragungsstandards auf Datenraten von bis zu 1,5 MB/S, auch wenn sich eine gesunde Mischung aus Angebot und Sicherheitsredundanz mittlerweile bei etwa 1 MB/S eingependelt hat.

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Die Vorreiter dieser Technik finden sich wie so oft in Fernost. In der südkoreanischen Heimat Samsungs zum Beispiel steht bereits seit einem knappen Jahr ein kostenpflichtiges S-DMB-Paket bereit, mit dem sich Abonnenten eine interessante Mischung aus TV-, Radio,- und Datenkanälen zusammenstellen können. Im T-DMB-Bereich tun das dort bereits weit über eine halbe Millionen Anwender. Bereits 2010 rechnet das südkoreanische Ministerium für Information und Kommunikation allerdings mit über 10 Millionen (!) nationalen Nutzern im T-DMB-Bereich sowie mit 5 Millionen Abnehmern für die gebührenpflichtigen S-DMB-Inhalte. Diese sind vor allem für Mobiltelefone interessant, weil sie in Südkorea von vielen Handyherstellern subventioniert werden – ähnlich wie bei uns die Handys selbst in Kombination mit einem Vertrag.

In unseren Breitengraden besteht der DMB-Empfang für Handys gegenwärtig vor allem aus dem Programm des Unternehmens „Mobiles Fernsehen Deutschland“, kurz MFD. Unter dessen Schirmherrschaft präsentieren sich bundeseinheitlich die Sender N24, MTV, ZDF, bigFM2see und ProSiebenSat.1 Comedy. Den tatsächlichen Inhalt und die DMB-Lizenzen stellen jedoch die jeweiligen Landesmedienanstalten der Bundesländer. Rechtlich und technisch ist es theoretisch bereits möglich, ca. 80% Deutschlands mit DMB-Signalen zu versorgen. Der Ausbau zum Erreichen dieses Ziels läuft auf Hochtouren! In München beispielsweise stehen im DMB-Netz bereits 12 DMB-, sowie 19-DAB-Programme zur Verfügung. Zum Beginn des neuen Jahres soll der MFD-Service bereits in bis zu 45 Großräumen Deutschlands bequem zu haben sein, an passenden DMB-tauglichen Handys rechnet man sich hierzulande zeitgleich eine Verbreitung von zunächst etwa 70.000 Geräten aus.

DVB
Das zweite Boot im Datenstrom hört auf den Namen DVB (Digital Video Broadcasting). Dabei handelt es sich um ein System zur digitalen Übermittlung von Inhalten auf einen Empfänger. Der große Vorteil des digitalen Verfahrens liegt auch hier genau wie bei DMB in der möglichen Datenkompression mit Codecs, ähnlich wie man sie auch beim PC z.B. mit MPEG4 und DivX findet. Im Fall von DVB werden als Kompressoren z.B. MPEG-Varianten und H.264 eingesetzt – dadurch können, anders als beim analogen Bruder, mehrere Signale per Frequenz ausgesendet werden. Selbstverständlich verschlechtert sich auch bei DVB die optische Qualität des Angebots je mehr Programme in die Übertragung gequetscht werden.

DVB gliedert sich dabei in verschiedene Teilbereiche. DVB-C (Cable) übernimmt die Übertragung in Kabelnetze. DVB-H (Handheld) ist für unsereins am wichtigsten, immerhin zeichnet dieses System für das Bereitstellen der Sender für alle Handhelds verantwortlich – dazu zählen auch kompatible Handys. DVB-IPI erledigt zuverlässig Netzwerkkommunikation (Internet Protocol Infrastructure), DVB-S spricht rund um die Uhr mit Satelliten und DVB-T schließlich hat terrestrische Signale im Angebot, sowohl via UHF als auch VHF. Anders als mit den Varianten DVB-S, -T und -C, bei denen Fernseher mit fehlender DVB-Kompatibilität z.B. mit Set-Top-Boxen nachgerüstet werden können, muss bei DVB-H gleich ein vollkommen neuer Komplettempfänger eingekauft werden. Die allermeisten dieser Geräte landen als Handys zwischen den Fingern der (noch) internationalen Anwender. In Good Old Germany müssen wir bis zum Kickstart von DVB-H und demnach auch bis zur Verfügbarkeit der passenden Handys noch wenigstens bis 2007 warten. Hardware-Prototypen sind selbstverständlich bereits in Arbeit, so zum Beispiel das Mobiltelefon My Mobile TV aus dem Hause Sagem.

Koexistenz

Partnerschaft statt Konkurrenz?

DMB und DVB-H könnten in Zukunft durchaus nebeneinander koexistieren. Dann wären Hybrid-Handys, die beide Systeme empfangen könnten, hierzulande die ultimative Lösung.

Lesen Sie weiter: Kosten & Aussichten

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