Der lange Weg zur Wunschausstattung
Klaffende Lücken
In Bezug auf die Kamerafunktion wird sich dieser Prozess etwas länger hinziehen. Müsste der passionierte Multimedialist auf dem Gerät auch sein komplettes Fotoarchiv speichern oder gar bewegte Bilder darauf aufzeichnen, würden wir mindestens 80 Gigabyte Festplattenspeicher empfehlen. Die Datenübertragung müsste im heimischen WLAN-Netz ebenfalls um ein Vielfaches erhöht werden, um eine solch große Datenmenge schnell auf einem Backup sichern zu können, denn verlieren Sie ein All-In-One-Gerät, ist ihre digitale Unterhaltung auf immer verloren. Das Fazit in puncto Speicher ist also schlicht und einfach: Text, Bild, Musik und Video gieren nach Platz, deshalb: Je mehr, desto besser.
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Der technische Fortschritt muss vor allem die Fotografie ins Auge fassen. Zwischen einem Fotohandy und einer klassischen Digitalkamera klaffen immer noch große Lücken. Sony-Ericsson stößt mit dem K800i weit vor. Mit 3,2 Megapixeln hat das Gerät, das eigentlich ein Handy ist, den Stand einer zwei Jahre alten Cybershot erreicht. Doch auch dem K800i fehlt noch immer ein optischer Zoom. Will man ernsthaft mit einer Digitalkamera fotografieren, ist dieser unverzichtbar. Nokias neues Modell N93 bietet nun eine 3,2 Megapixel-Linse mit 3fach optischem Zoom. Interessant wird sein, wann Sony gewichtig mit den eigenen Mobiltelefonen in direkte Konkurrenz zu den hauseigenen Digitalkameras tritt. Auf Dauer wird aber die Qualität des verbauten Objektivs wichtiger werden als die pure Auflösung. Über Augenwischerei per Megapixel ist man lange hinweg. Auch hier wird dem Kunden bald egal sein, ob es sich um acht oder zehn Megapixel handelt, wie sie ja noch in diesem Jahr in neuen Samsung-Handys verfügbar sein werden. Die Auflösungswahrnehmung des Auges ist begrenzt.
Der doppelte Bildschirm
Zwei für einen
Der Nintendo DS Light macht es vor. Dank zweier Bildschirme ist eine virtuelle Tastatur integriert, die das Surfen per WLAN deutlich vereinfacht. Technik und Grafik von Spielekonsolen wird sich stetig weiterentwickeln. Käufer werden auch weiterhin Standalone-Geräte kaufen.
Standalone-Geräte in Bedrängnis
Somit ist geklärt, dass sich Digicam- und MP3-Player-Hersteller nicht ewig auf ihrem derzeitigen Erfolg ausruhen können. Noch wähnt man sich dort in Sicherheit, denn derzeit haben Mobiltelefone eine entscheidende Achillesverse: den schwachen Akku. Die trendige Slim-Bauform kommt einer Akkuverbesserung nicht entgegen. Will das Multifunktionshandy bis 2010 Digicam, MP3-Player, Spielekonsole und sogar dem Notebook den Rang ablaufen, muss sich die Energieversorgung massiv steigern. Aktuell wünscht sich der Kunde Akkus, die bei voller Belastung rund 24 Stunden Puste haben. Die Realität sieht anders aus. Wer sein Handy derzeit voll belastet, erhält nur für wenige Stunden Strom.
Soll das Handy aber auch Funktionen abseits der digitalen Unterhaltung primär für sich gewinnen, muss es vor allem ein größeres Display bieten. Das typische LCD wird zukünftig durch ein OLED ersetzt werden. Der Kunde wird zwischen unterschiedlichen Auflösungen wählen können. Je nach Kundenwunsch kann diese bis zu 480 x 272 Pixel im Breitbildformat betragen, da auch Applikationen, wie TV- und Filmempfang auf einem Handy zur Normalität werden. Der Geschäftsführer der Medienberatungsfirma Goldmedia, Klaus Goldhammer, äußerte die Erwartung, dass in Deutschland im Jahr 2010 etwa 450 Millionen Euro mit Mobil-TV verdient werden könnten – genug Ansporn, um die Endgeräte verstärkt auf bewegte Bilder zu optimieren. Laut Untersuchungen der TU Braunschweig könnte sich in diesem Zusammenhang die Terahertztechnik als sehr hilfreich erweisen. Diese könnte es ermöglichen, DVD-Spielfilme ruckelfrei auf ein portables Display zu streamen. Wer diesen Gedanken weiterspinnt, sieht vielleicht in einigen Jahren auch den DVD-Player auf der Liste der gefährdeten Arten. Falls sich die Hardware mehr und mehr auf Spiele mit echter 3D-Grafik einschießt, sind Handy-Grafikchips bald die in der Lage, Filme in DVD-Qualität auf einem großen Display wiederzugeben. Wie bereits in der letzten Ausgabe spekuliert, wird die GoForce 5500 in modernen Handys bald Standard sein. Die Überlegung wird dahin gehen, den Multimediabrechern hochwertige AV-Ausgänge zu spendieren, damit Filme oder auch Software auf einem großen Display ausgeführt werden können. Zukünftig wird sicher auch über einem HDMI-Ausgang nachgedacht werden.
Lesen Sie weiter: Ausblick - Der Kunde wird König
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